Samstag, 15. Oktober 2016

[Rezension] Die langen Schatten der Bastille

Dieser Post könnte gegebenenfalls Spoiler beinhalten!


Die langen Schatten der Bastille

Titel: Die langen Schatten der Bastille
Autor: Cara Black
Seiten: 320 Seiten
Preis: 9,99€
Sprache: deutsch 
Erscheinungsdatum: 13.07.2015

VerlagAmazon Thalia



Klappentext

Für einen wichtigen Termin hat Aimée ihre Lieblingsjacke angelegt. Doch ihre Laune wird getrübt, als die Privatdetektivin feststellt, dass die Blondine am Nachbartisch das gleiche Modell trägt. Noch dazu lässt die Dame ihr Handy liegen, und als Aimée es ihr hinterherbringen will, wird sie niedergeschlagen. Aimée erleidet eine Augenverletzung, doch sie scheint Glück gehabt zu haben: Die Frau wird wenige Straßen weiter tot aufgefunden. Eine Verwechslung? Oder galt der Anschlag am Ende ihr selbst? 
(Quelle: Klappentext)


Meine Meinung 


Handlung
Paris, 1994, Aimeé, die Computerspezialistin und Detektivin, wird in einer Passage brutal überfallen. Erst ist nicht klar, ob der Überfall ihr galt oder ob es sich nicht um eine Verwechslung handelte, weil sie zufälligerweise die gleiche Jacke trug, wie die Frau aus dem Café. Diese ließ ihr Handy dort und Aimeé wollte es der Frau zurückbringen. Jedoch kam es zum besagten Überfall. 
Dabei wurde ihr Kopf sehr stark verletzt und ihr Sehzentrum so schwer beschädigt, dass Aimeé blind ist. 
Aimeé weiß nicht, ob sie je wieder sehen kann. Auch die Ärzte wissen es nicht genau ... 
Die Frau, deren Handy Aimeé gefunden hat, wird kurze Zeit später tot aufgefunden, ebenfalls durch einen identischen Überfall, den Aimeé widerfahren ist. Mit der Hilfe ihres Partners René versucht Aimée trotz ihrer Behinderung den Fall aufzuklären.


Verlauf
Der Anfang verläuft zunächst spannend und aufregend ab. Man lernt Aimée und ihre Art kennen und kann sich somit in sie hineinversetzen. Sehr authentisch ist es auch noch, dass sie sich trotz ihrer Erblindung nicht unterkriegen lässt. Teilweise gibt es düstere und unheimliche Momente. Vor allem, wenn sie behauptet jemand sei in ihrer Nähe. 
Dadurch wird ihre Blindheit zu einer Art Hilflosigkeit und wir als Leser erleben das gleiche Gefühl von Unwohlsein, da wir uns auf einmal blind fühlen.
Jedoch hat mich das Ende verwirrt, doch das Ende ist nicht passend zu dem Gesamtbild, was man sonst erwartet hätte.
Im Buch gibt es zu dem Zeitangaben, die man lieber hätte weg lassen soll, weil die ganze Geschichte sich in einer Woche abspielt, was für mich relativ unrealistisch ist. 


Charaktere
Ich gehe jetzt lediglich auf Aimeé ein, denn in diesem Buch ist es so, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Zum Beispiel sehen wir die Sicht eines Möbeltischlers und anderen Personen. Jedoch haben die dort geschilderten Aspekte nichts mit dem Fall von Aimeé zu tun.
Es treten sehr viele Personen auf, von denen die Mehrheit unwichtig ist und das Buch in die Länge zieht.Man wird regelrecht mit Leuten konfrontiert, die nichts zur Handlung beitragen. Die restlichen Charaktere werden leider kaum ausgeschmückt.

Aimeé wird als eine starke Persönlichkeit dargestellt, die sich durch den Überfall nicht aus der Fassung bringen lässt. Allerdings lernen wir auch eine schwache Aimeé kennen, die Opfer ihrer Hilflosigkeit durch ihre Erblindung geworden ist. Jedoch ist es eine Art Paradoxon - Während Aimée im ersten Moment nicht weiß, was sie tun soll, gleicht sie im nächstgen Augenblick einer Superheldin. Stark und unbesiegbar, trotz hilflose Blindheit. 


Schreibstil
Der Erzählstil zieht sich leider extrem in die Länge. Trotz der Zeitangabe hat man das Gefühl alles passiert auf einmal, aber irgendwie kommt die Geschichte trotzdem nicht voran. 
Ich kann mir vorstellen, dass einige Probleme damit haben werden, sich anfangs in dem Buch zurechtzufinden, da Black anscheinend davon ausgeht, man kenne ihre Bücher. Ich hatte dieses Problem allerdings nicht, da ich den ersten Band bereits kannte.
Die Gespräche sind zum Teil sehr lasch und die Spannung hielt sich in Grenzen. Auch die Dialoge der Figuren waren für mich manchmal nicht wirklich nachvollziehbar. 
Ab und an musst ich eine Seite nochmal lesen, da ich das Gefühl hatte ich hätte etwas verpasst. Auf mich wirkt die ganze leider Geschichte sehr unstrukturiert und bunt zusammengewürfelt.



Cover
Ich besitze die Taschenbuchausgabe, also genau die, die ihr auf dem Bild sehen könnt. Schaut sie euch an. Ich liebe die Farbkombination von verschiedenen vermischten Lila-, Rot- und Pinktönen. Auch die Frau, die wahrscheinlich Aimeé darstellt, kommt mit ihrem blauen Mantel sehr gut zur Geltung. Ebenso mag ich die Schriftart des Titels und die Bildunterschrift schlichtweg passend zur Situation Aimeé's.


Fazit
Meiner Meinung nach hat dieses Buch mehr Schwächen als Seiten. Auch wenn ich erst sehr angetan war, habe ich mich beim lesen immer unwohler gefühlt. Es gab leider zu viele verwirrende, unstrukturierte Abschnitte, die einem das Lesen deutlich erschwerten. Auch wenn Cara Black Paris und vor allem die Bastille realitätsnah beschrieben hat, konnte ich mich in die Geschichte nicht einfinden. Hätte ich das Buch nur aus Interesse und der Liebe zur Stadt gelesen, wäre es 1A gewesen. Jedoch ging es mir vielmehr um die Geschichte, da ich Krimis, die sich in Frankreich abspielen, besonders finde.



Danke an den Piper Verlag, dass ich dieses Buch rezensieren durfte



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